Wie man durch Gamification das Branding aufpeppt
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Wie man durch Gamification das Branding aufpeppt

Erfahren Sie, wie Gamification Ihr Branding revolutioniert. Dieser Artikel zeigt Ihnen als Experte, wie Sie Kundenbindung, Engagement und Markenbekanntheit durch spielerische Elemente steigern.

Wie man durch Gamification das Branding aufpeppt

In der schnelllebigen Welt des Marketings gibt es immer wieder neue Trends und Techniken, die darauf abzielen, die Aufmerksamkeit der Konsumenten zu gewinnen und langfristige Beziehungen aufzubauen. Einer dieser Trends, der in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat, ist die Gamification. Doch was genau bedeutet das für Ihr Branding? Und wie kann man durch Gamification das eigene Markenbild nicht nur aufpeppen, sondern nachhaltig stärken? Als erfahrener Fachautor und SEO-Experte für Technologie und digitale Trends tauche ich mit Ihnen gemeinsam in diese spannende Materie ein, um Ihnen praxisnahe Einblicke und strategische Vorteile aufzuzeigen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Gamification? Eine tiefere Betrachtung

Gamification ist ein Begriff, der die Anwendung spieltypischer Elemente und Spieldesignerprinzipien in einem nicht-spielerischen Kontext beschreibt. Das klingt zunächst etwas trocken, aber wenn wir darüber nachdenken, wo wir Gamification im Alltag begegnen, wird es sofort nachvollziehbar. Denken Sie an Treueprogramme, Punktesysteme in Supermärkten, die Art und Weise, wie Fitness-Apps uns motivieren, aktiv zu bleiben, oder Fortschrittsbalken, die uns anzeigen, wie weit wir in einem Registrierungsprozess sind.

Das Ziel ist stets dasselbe: Menschen durch Anreize zu motivieren, sich zu engagieren und bestimmte Verhaltensweisen zu fördern. Es geht darum, Routineaufgaben oder gewünschte Interaktionen so zu gestalten, dass sie Spaß machen, herausfordernd sind und ein Gefühl der Belohnung vermitteln.

Ich erinnere mich noch gut an die ersten Male, als ich in einer Fitness-App Punkte für meine Workouts sammelte. Es fühlte sich fast wie ein kleines Spiel an. Je mehr ich trainierte, desto mehr Belohnungen erhielt ich, virtuelle Abzeichen und einen höheren Rang in der Community. Diese einfachen Mechanismen waren erstaunlich wirkungsvoll, um mich bei der Stange zu halten. Und genau so funktioniert Gamification: Sie schafft ein Gefühl von Wettbewerb, Leistung und Belohnung, das Menschen dazu bringt, mehr zu interagieren und langfristig bei einer Marke zu bleiben.

Es ist wichtig zu verstehen, dass Gamification nicht bedeutet, ein komplettes Spiel zu entwickeln. Vielmehr geht es darum, die Psychologie des Spiels zu nutzen, um reale Geschäftsziele zu erreichen. Dazu gehören Elemente wie Punkte, Abzeichen (Badges), Bestenlisten (Leaderboards), Fortschrittsbalken, Herausforderungen, virtuelle Güter und Belohnungen. Diese Elemente werden geschickt in bestehende Prozesse oder Plattformen integriert, um die Benutzererfahrung zu verbessern und die gewünschte Interaktion zu fördern.

Die Psychologie hinter Gamification: Warum es funktioniert

Um zu verstehen, wie Gamification das Branding aufpeppen kann, ist es unerlässlich, einen Blick auf die psychologischen Prinzipien zu werfen, die ihr zugrunde liegen. Gamification nutzt tief verwurzelte menschliche Bedürfnisse und Motivationen, um Engagement und Loyalität zu fördern.

Intrinsische und extrinsische Motivation

Die Psychologie unterscheidet zwischen zwei Haupttypen von Motivation:

  • Intrinsische Motivation: Hierbei handelt es sich um den inneren Antrieb, eine Tätigkeit auszuführen, weil sie an sich Spaß macht, interessant ist oder ein Gefühl der Erfüllung vermittelt. Gamification kann dies fördern, indem sie Aktivitäten bedeutungsvoller und unterhaltsamer macht.
  • Extrinsische Motivation: Diese entsteht durch äußere Anreize wie Belohnungen, Anerkennung oder das Vermeiden von Bestrafung. Punkte, Abzeichen und materielle Preise sind klassische extrinsische Motivatoren. Ein ausgewogenes Verhältnis beider Motivationsarten ist entscheidend für den Erfolg von Gamification.

Gute Gamification-Strategien schaffen ein Umfeld, in dem Nutzer sowohl durch den Spaß an der Interaktion (intrinsisch) als auch durch konkrete Belohnungen (extrinsisch) motiviert werden.

Der Flow-Zustand nach Mihaly Csikszentmihalyi

Der ungarisch-amerikanische Psychologe Mihaly Csikszentmihalyi prägte den Begriff des „Flow-Zustands“. Dies ist ein Zustand völliger Vertiefung und Konzentration, in dem die Zeit wie im Flug vergeht und man vollständig in einer Aktivität aufgeht. Gamification zielt darauf ab, diesen Zustand zu erreichen, indem sie Aufgaben weder zu einfach noch zu schwer gestaltet, klares Feedback gibt und sofortige Belohnungen bietet. Eine flüssige, intuitive User Experience ist hierbei entscheidend.

Soziale Beweise und Wettbewerb

Menschen sind soziale Wesen. Wir orientieren uns oft an dem Verhalten anderer und suchen nach Anerkennung in unserer sozialen Gruppe.

  • Bestenlisten: Sie sprechen den menschlichen Wettbewerbsinstinkt an und motivieren dazu, sich zu verbessern, um eine höhere Platzierung zu erreichen.
  • Abzeichen und Profile: Sie dienen als sichtbare Zeichen der Leistung und des Status, die man stolz präsentieren kann.
  • Community-Funktionen: Sie fördern den Austausch, die Zusammenarbeit und das Gefühl der Zugehörigkeit, was die Bindung an eine Marke stärkt.

Verlustangst (Loss Aversion) und Knappheit

Die Psychologie zeigt, dass der Schmerz des Verlusts oft stärker ist als die Freude am Gewinn. Gamification nutzt dies durch:

  • Streaks: Tägliche Belohnungen oder Boni, die bei Unterbrechung der Aktivität verloren gehen (z.B. Duolingo-Streaks). Die Angst, eine Serie zu verlieren, motiviert zur Kontinuität.
  • Knappheit: Zeitlich begrenzte Angebote oder exklusive Belohnungen, die nur für eine bestimmte Zeit verfügbar sind, erzeugen Dringlichkeit und regen zur sofortigen Aktion an.

Das Belohnungssystem des Gehirns: Dopamin-Ausschüttung

Jedes Mal, wenn wir eine Aufgabe erfolgreich abschließen, ein Abzeichen erhalten oder einen neuen Highscore erzielen, schüttet unser Gehirn Dopamin aus – ein Neurotransmitter, der mit Vergnügen und Belohnung assoziiert wird. Dieser „Glückshormon-Kick“ verstärkt das positive Gefühl und motiviert uns, die Aktivität zu wiederholen. Gamification nutzt diesen Mechanismus gezielt, um positive Assoziationen mit der Marke zu schaffen.

Autonomie, Kompetenz und Verbundenheit (Self-Determination Theory)

Diese Theorie von Deci und Ryan postuliert, dass Menschen drei grundlegende psychologische Bedürfnisse haben:

  • Autonomie: Das Gefühl, selbstbestimmt handeln zu können. Gamification kann dies durch Wahlmöglichkeiten bei Aufgaben oder Wegen fördern.
  • Kompetenz: Das Bedürfnis, sich fähig und effektiv zu fühlen. Fortschrittsbalken und Level-Systeme vermitteln ein Gefühl des Wachstums und der Meisterschaft.
  • Verbundenheit: Das Bedürfnis nach sozialen Beziehungen und Zugehörigkeit. Community-Funktionen und Team-Herausforderungen stärken dieses Gefühl.

Indem Gamification diese tiefen psychologischen Bedürfnisse anspricht, schafft sie eine Umgebung, in der Nutzer sich wertgeschätzt, motiviert und mit der Marke verbunden fühlen.

Warum Gamification für Ihr Branding unerlässlich ist

In einer Ära, in der die Aufmerksamkeitsspanne der Konsumenten immer kürzer wird und die Flut an Informationen überwältigend ist, bietet Gamification eine leistungsstarke Strategie, um Ihr Branding zu stärken und eine nachhaltige Beziehung zu Ihrer Zielgruppe aufzubauen. Es geht weit über einfache Marketingkampagnen hinaus und berührt die Kernaspekte der Markenwahrnehmung und -bindung.

Steigerung des Kundenengagements

Langweilige oder repetitive Aufgaben führen schnell zu Desinteresse. Gamification verwandelt diese in interaktive, unterhaltsame Erlebnisse. Wenn Kunden sich aktiv mit Ihrer Marke auseinandersetzen, statt nur passiv Informationen zu konsumieren, steigt ihr Engagement exponentiell. Eine Studie von TalentLMS aus dem Jahr 2020 zeigte, dass 89% der Arbeitnehmer der Meinung sind, dass Gamification sie produktiver macht und ihre Motivation steigert. Was für Mitarbeiter gilt, lässt sich auch auf Kunden übertragen.

Förderung der Markenloyalität

Punkte, Abzeichen und Belohnungen schaffen Anreize für wiederholte Interaktionen. Kunden, die für ihre Treue belohnt werden, entwickeln eine stärkere Bindung an die Marke. Gamification transformiert eine rein transaktionale Beziehung in eine emotionale. Ein gut durchdachtes Treueprogramm kann dazu führen, dass Kunden Ihre Marke gegenüber der Konkurrenz bevorzugen, selbst wenn diese günstigere Optionen anbietet.

Verbesserung der Markenbekanntheit (Brand Awareness)

Ein spielerisches Element ist oft ein Gesprächsanlass. Wenn Nutzer Erfolge teilen, ihre Punktzahl auf Bestenlisten sehen oder Freunden von einer spannenden Challenge erzählen, verbreitet sich die Botschaft Ihrer Marke organisch. Gamifizierte Kampagnen haben ein höheres virales Potenzial und können die Reichweite Ihrer Marke auf kostengünstige Weise erhöhen.

Differenzierung vom Wettbewerb

In vielen Branchen sind Produkte und Dienstleistungen austauschbar geworden. Gamification bietet eine einzigartige Möglichkeit, sich von Mitbewerbern abzuheben. Indem Sie ein unvergessliches und interaktives Markenerlebnis schaffen, bieten Sie Ihren Kunden einen Mehrwert, den sie anderswo nicht finden. Es ist ein starkes Argument, das über Preis und Features hinausgeht.

Generierung wertvoller Kundendaten

Gamifizierte Interaktionen liefern eine Fülle von Daten über das Verhalten und die Präferenzen Ihrer Nutzer. Welche Aufgaben werden bevorzugt? Welche Belohnungen sind am attraktivsten? Wie oft interagieren Nutzer? Diese Einblicke sind Gold wert für die Personalisierung von Marketingstrategien und die Produktentwicklung.

Erhöhung der Konversionsraten

Ob es darum geht, einen Newsletter zu abonnieren, einen Kauf abzuschließen oder ein Profil zu vervollständigen – Gamification kann Nutzer sanft durch den Conversion-Funnel führen. Fortschrittsbalken motivieren zum Abschluss eines Prozesses, und kleine Belohnungen können die Hemmschwelle für gewünschte Aktionen senken.

Aufbau einer Community

Viele Gamification-Strategien beinhalten soziale Elemente wie Bestenlisten, Teambuilding-Herausforderungen oder die Möglichkeit, Erfolge zu teilen. Dies fördert die Interaktion nicht nur zwischen dem Kunden und der Marke, sondern auch unter den Kunden selbst. Eine engagierte Community kann zu Markenbotschaftern werden und die Langlebigkeit Ihrer Marke sichern.

Gamification-Elemente, die Ihr Branding beflügeln

Die Schönheit der Gamification liegt in ihrer Vielseitigkeit. Es gibt eine breite Palette von Elementen, die Sie nutzen können, um Ihr Branding zu stärken. Die Wahl der richtigen Elemente hängt stark von Ihren Zielen und Ihrer Zielgruppe ab.

Punkte und Belohnungen

Dies ist das Herzstück vieler Gamification-Systeme. Nutzer sammeln Punkte für bestimmte Aktionen (Käufe, Besuche, Interaktionen) und können diese gegen Belohnungen eintauschen.

  • Beispiel: Das Starbucks Rewards-Programm (2023 mit über 30 Millionen Mitgliedern in den USA) vergibt „Sterne“ für jeden Einkauf, die gegen kostenlose Getränke oder Speisen eingelöst werden können. Dies fördert wiederholte Besuche und die Loyalität zur Marke.
  • Branding-Vorteil: Fördert wiederholte Interaktion und schafft einen direkten, quantifizierbaren Wert für die Kundenbeziehung. Die Marke wird mit positiven Erlebnissen und Vorteilen assoziiert.

Abzeichen und Trophäen (Badges & Achievements)

Abzeichen sind virtuelle Auszeichnungen, die für das Erreichen bestimmter Meilensteine oder die Demonstration von Fähigkeiten verliehen werden. Sie sind Statussymbole und eine Form der Anerkennung.

  • Beispiel: LinkedIn vergibt Abzeichen für ein vollständig ausgefülltes Profil oder für „Top-Voice“-Beiträge. Auch Fitness-Apps wie Nike Training Club (NTC) vergeben Abzeichen für das Erreichen von Trainingszielen.
  • Branding-Vorteil: Stärkt das Gefühl der Kompetenz und des Erfolgs. Nutzer können ihre Errungenschaften teilen, was die Markenbekanntheit erhöht und ihre Verbindung zur Marke öffentlich macht.

Bestenlisten und Wettbewerb (Leaderboards)

Bestenlisten zeigen die Leistungen der Nutzer im Vergleich zu anderen. Sie sprechen den menschlichen Wettbewerbsinstinkt an und motivieren dazu, sich zu verbessern und an die Spitze zu gelangen.

  • Beispiel: Viele Fitness-Apps oder Sprachlern-Apps wie Duolingo (2023 mit über 74 Millionen monatlich aktiven Nutzern) nutzen Bestenlisten, um den Fortschritt der Nutzer im Vergleich zu Freunden oder einer globalen Community anzuzeigen.
  • Branding-Vorteil: Fördert den sozialen Vergleich und den Wunsch nach Anerkennung. Schafft eine dynamische und interaktive Community rund um die Marke.

Fortschrittsbalken und Level-Systeme

Diese Elemente visualisieren den Fortschritt eines Nutzers auf dem Weg zu einem Ziel oder durch verschiedene Schwierigkeitsstufen.

  • Beispiel: Beim Ausfüllen eines Online-Profils zeigt ein Fortschrittsbalken an, wie viele Informationen noch fehlen. Rollenspiele (RPG) nutzen Levels, um den Fortschritt der Spieler zu signalisieren.
  • Branding-Vorteil: Vermittelt ein Gefühl des Vorankommens und der Erreichung. Reduziert die Absprungrate bei längeren Prozessen und motiviert zum Abschluss.

Herausforderungen und Quests

Nutzer werden aufgefordert, bestimmte Aufgaben oder eine Reihe von Aufgaben zu erfüllen, um Belohnungen zu erhalten.

  • Beispiel: Eine E-Commerce-Seite könnte eine „Quest“ anbieten, bei der Nutzer verschiedene Produktkategorien erkunden, eine Wunschliste erstellen und schließlich einen Kauf tätigen, um einen Rabatt zu erhalten.
  • Branding-Vorteil: Lenkt die Nutzer auf spezifische, gewünschte Aktionen. Macht die Interaktion mit der Marke zielgerichteter und spannender.

Personalisierte Erlebnisse

Anpassbare Avatare, personalisierte Empfehlungen oder maßgeschneiderte Herausforderungen, die auf den individuellen Vorlieben und dem Verhalten des Nutzers basieren.

  • Beispiel: Eine App, die personalisierte Lernpfade basierend auf dem bisherigen Wissen des Nutzers anbietet, oder ein Shop, der „Missionen“ basierend auf früheren Käufen vorschlägt.
  • Branding-Vorteil: Schafft eine tiefere, relevantere Verbindung zur Marke, da sich der Nutzer verstanden und individuell angesprochen fühlt.

Storytelling und Narrative

Die Einbettung der Gamification-Elemente in eine größere Geschichte oder ein bestimmtes Thema macht das Erlebnis immersiver und emotional ansprechender.

  • Beispiel: Eine Finanz-App könnte Nutzer als „Finanzhelden“ darstellen, die „Schätze“ (Ersparnisse) sammeln und „Monster“ (Schulden) besiegen.
  • Branding-Vorteil: Stärkt die Markenidentität und -botschaft. Schafft eine emotionale Bindung und macht die Marke unvergesslicher.

Virtuelle Güter und Währungen

Digitale Items, die Nutzer sammeln, kaufen oder verdienen können, um ihren Status zu zeigen oder Vorteile zu erhalten.

  • Beispiel: In vielen Gaming-Apps können Spieler In-Game-Währung verdienen oder kaufen, um Skins, Upgrades oder exklusive Inhalte freizuschalten.
  • Branding-Vorteil: Erzeugt ein Gefühl von Besitz und Exklusivität. Kann zusätzliche Einnahmequellen schaffen und die Bindung an das digitale Ökosystem der Marke erhöhen.

Praktische Schritte zur Implementierung von Gamification im Branding

Die Einführung von Gamification ist kein einmaliges Projekt, sondern ein strategischer Prozess, der sorgfältige Planung und kontinuierliche Optimierung erfordert. Basierend auf meiner Erfahrung in der digitalen Strategie, sind dies die entscheidenden Schritte:

Schritt 1: Definieren Sie Ihre Ziele und KPIs

Bevor Sie auch nur einen Gedanken an spielerische Elemente verschwenden, müssen Sie klären, was Sie erreichen wollen.

  • Fragen Sie sich: Möchten Sie die Kundenbindung erhöhen, die Verweildauer auf Ihrer Website steigern, Leads generieren, den Umsatz ankurbeln, die Markenbekanntheit verbessern oder spezifische Produktfunktionen fördern?
  • Definieren Sie Key Performance Indicators (KPIs): Beispiele hierfür sind die Engagement Rate (z.B. tägliche/monatliche aktive Nutzer), die Retention Rate, die Conversion Rate für bestimmte Aktionen, die durchschnittliche Verweildauer oder die Anzahl der Social Shares. Klare Ziele ermöglichen eine messbare Erfolgskontrolle.

Schritt 2: Verstehen Sie Ihre Zielgruppe

Wer sind Ihre Nutzer? Was motiviert sie? Was sind ihre demografischen Merkmale, Interessen und Verhaltensweisen? Eine Gamification-Strategie, die nicht auf die Zielgruppe zugeschnitten ist, wird scheitern.

  • Nutzen Sie Personas: Entwickeln Sie detaillierte Nutzer-Personas, die deren Bedürfnisse, Wünsche und Frustrationen widerspiegeln.
  • Fragen Sie sich: Sind Ihre Nutzer eher intrinsisch (Spaß am Lernen, Herausforderung) oder extrinsisch (Rabatte, Status) motiviert? Bevorzugen sie Wettbewerb oder Zusammenarbeit?

Schritt 3: Wählen Sie die passenden Gamification-Elemente

Basierend auf Ihren Zielen und dem Verständnis Ihrer Zielgruppe wählen Sie nun die Elemente aus, die am effektivsten sind.

  • Überlegen Sie: Machen Punkte und Bestenlisten Sinn, wenn Ihre Zielgruppe eher introvertiert ist? Wären Abzeichen und personalisierte Herausforderungen nicht passender?
  • Vermeiden Sie Überladung: Beginnen Sie mit wenigen, gut integrierten Elementen, statt das System unnötig komplex zu machen.

Schritt 4: Entwickeln Sie eine fesselnde Brand Story

Die Gamification sollte sich nahtlos in Ihre Markenidentität einfügen. Eine kohärente Geschichte, die die spielerischen Elemente untermauert, schafft eine immersive Erfahrung.

  • Fragen Sie sich: Welche Geschichte erzählt Ihre Marke? Wie können die Gamification-Elemente diese Geschichte verstärken?
  • Beispiel: Eine nachhaltige Marke könnte ein „Öko-Held“-Programm starten, bei dem Nutzer für umweltfreundliche Entscheidungen Punkte sammeln und „Grüne Abzeichen“ erhalten.

Schritt 5: Integrieren Sie Gamification nahtlos

Die spielerischen Elemente dürfen nicht aufgesetzt oder als nachträglicher Gedanke wirken. Sie müssen intuitiv und organisch in die User Journey eingebettet sein.

  • Design ist entscheidend: Die Benutzeroberfläche muss ansprechend und einfach zu bedienen sein. Fortschrittsbalken und Belohnungsanzeigen sollten jederzeit sichtbar und verständlich sein.
  • Technische Umsetzung: Stellen Sie sicher, dass die gewählte Technologie stabil ist und eine reibungslose Benutzererfahrung gewährleistet.

Schritt 6: Testen, Analysieren und Optimieren

Gamification ist ein iterativer Prozess. Was auf dem Papier gut aussieht, muss in der Praxis nicht funktionieren.

  • A/B-Testing: Testen Sie verschiedene Elemente, Belohnungen oder Designs, um herauszufinden, was bei Ihrer Zielgruppe am besten ankommt.
  • Datenanalyse: Überwachen Sie kontinuierlich Ihre KPIs. Welche Aktionen führen zu den höchsten Engagement-Raten? Wo brechen Nutzer ab?
  • Anpassung: Seien Sie bereit, Ihre Strategie basierend auf den gewonnenen Erkenntnissen anzupassen und zu optimieren. Was heute funktioniert, muss morgen nicht mehr relevant sein.

Schritt 7: Belohnen Sie sinnhaft und wertvoll

Belohnungen sind der Motor der extrinsischen Motivation. Sie müssen für die Nutzer relevant und erstrebenswert sein.

  • Materielle Belohnungen: Rabatte, Gutscheine, exklusive Produkte, kostenloser Versand.
  • Immaterielle Belohnungen: Status (Abzeichen, Bestenlisten), Anerkennung (öffentliche Erwähnung), Zugang zu exklusiven Inhalten oder Communitys.
  • Wichtig: Die Belohnung sollte im Verhältnis zum Aufwand stehen und einen echten Mehrwert bieten.

Erfolgreiche Beispiele aus der Praxis

Zahlreiche Unternehmen haben Gamification erfolgreich eingesetzt, um ihr Branding zu stärken. Diese Beispiele verdeutlichen die Vielfalt der Anwendungen und die erzielbaren Vorteile:

Starbucks Rewards

Das Starbucks Rewards-Programm ist ein Paradebeispiel für gelungene Gamification zur Kundenbindung. Kunden sammeln „Sterne“ für jeden Einkauf, die sie gegen kostenlose Getränke, Speisen oder andere Vorteile eintauschen können.

  • Elemente: Punkte (Sterne), Level (Gold-Status), personalisierte Angebote (Challenges).
  • Erfolg: Im Jahr 2023 hatte Starbucks allein in den USA über 30 Millionen aktive Rewards-Mitglieder. Diese Mitglieder sind für einen erheblichen Teil des Umsatzes verantwortlich und besuchen die Filialen häufiger. Das Programm fördert die Loyalität und macht das Kaffeetrinken zu einem belohnenden Erlebnis.
  • Branding-Vorteil: Stärkt das Image von Starbucks als kundenorientierte Marke, die ihre Stammkunden wertschätzt. Schafft eine starke emotionale Bindung durch exklusive Vorteile.

Nike Training Club (NTC)

Die Nike Training Club (NTC)-App bietet kostenlose Workouts, Trainingspläne und Ernährungsberatung. Nike nutzt Gamification, um Nutzer zu motivieren und eine Community aufzubauen.

  • Elemente: Abzeichen für erreichte Trainingsziele, Fortschrittsverfolgung, personalisierte Challenges, Bestenlisten mit Freunden.
  • Erfolg: NTC hat Millionen von Nutzern weltweit (2022). Durch die App positioniert sich Nike nicht nur als Sportartikelhersteller, sondern als Partner für einen aktiven Lebensstil.
  • Branding-Vorteil: Vertieft die Markenidentität von Nike als Motivator und Innovator im Sportbereich. Fördert eine aktive Community und stärkt die emotionale Verbindung der Nutzer zur Marke.

Duolingo

Die Sprachlern-App Duolingo macht das Erlernen einer neuen Sprache zu einem fesselnden Spiel.

  • Elemente: Punkte, Streaks (tägliche Lernserien), Level, Bestenlisten, Abzeichen, virtuelle Währung (Lingots), die für Extras ausgegeben werden können.
  • Erfolg