Erfahren Sie, wie Analytics das digitale Marketing revolutioniert. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung von Datenanalyse, gängige Tools, Praxisbeispiele, Herausforderungen und Zukunfts-Trends für datengetriebene Erfolge.
Inhaltsverzeichnis
- Daten sind das neue Gold: Warum Analytics im digitalen Marketing unverzichtbar ist
- Was sind Analytics? – Eine Definition für die Praxis
- Das Fundament: Die verschiedenen Arten von Analytics im digitalen Marketing
- Web Analytics: Das Herzstück der Online-Präsenz
- Social Media Analytics: Die Stimmen der Community verstehen
- E-Mail Marketing Analytics: Direkte Kommunikation auf dem Prüfstand
- Paid Media Analytics: Effizienz bezahlter Kampagnen maximieren
- SEO Analytics: Die Sichtbarkeit in Suchmaschinen optimieren
- App Analytics: Nutzerverhalten in mobilen Anwendungen
- CRM Analytics: Kundenbeziehungen datenbasiert pflegen
- Warum Analytics unverzichtbar sind: Die Vorteile im Überblick
- Der Weg zur datengetriebenen Entscheidung: Ein Praxisleitfaden
- Herausforderungen und typische Fehler bei der Nutzung von Analytics
- Zukünftige Trends in Analytics: Ein Blick nach vorn
- Fallstudie: Wie ein E-Commerce-Shop Analytics für den Erfolg nutzte
- FAQ: Häufig gestellte Fragen zur Rolle von Analytics im digitalen Marketing
- Fazit: Daten als Kompass für den digitalen Erfolg
Daten sind das neue Gold: Warum Analytics im digitalen Marketing unverzichtbar ist
Wir leben in einer Zeit, in der Daten das neue Gold sind. Ob im Geschäft, im Alltag oder beim digitalen Marketing – die Fähigkeit, Daten zu sammeln und zu analysieren, hat sich als unverzichtbar erwiesen. Unternehmen, die dies verinnerlicht haben, verschaffen sich einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil, während andere riskieren, den Anschluss zu verlieren. Doch was genau bedeutet das für Unternehmen und ihre Marketingstrategien?
Wenn ich an meine ersten Schritte im digitalen Marketing zurückdenke, erinnere ich mich an die anfängliche Verwirrung, die ich hatte, als ich versuchte, die unzähligen Zahlen und Statistiken zu verstehen. Die schiere Menge an Informationen konnte überwältigend wirken, und es war nicht immer sofort ersichtlich, welche Metriken wirklich relevant waren. Manchmal fühlte es sich an, als würde man in einem riesigen Datenozean schwimmen, ohne zu wissen, welche Strömungen man nutzen sollte.
Aber mit der Zeit und der zunehmenden Erfahrung wurde mir klar, dass hinter diesen Daten eine Welt voller Erkenntnisse steckt. Es geht nicht nur darum, Zahlen zu sammeln, sondern darum, Muster zu erkennen, Hypothesen zu formulieren und fundierte Entscheidungen zu treffen. Aus meiner Erfahrung ist die Transformation von Rohdaten zu umsetzbaren Strategien der Kern dessen, was Analytics so mächtig macht. Es ermöglicht uns, die Effektivität unserer Marketingbemühungen nicht nur zu messen, sondern auch kontinuierlich zu verbessern und an die sich ständig ändernden Bedürfnisse unserer Zielgruppen anzupassen.
In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt der Analytics ein. Wir werden beleuchten, welche Arten von Analytics es gibt, welche Vorteile sie bieten, wie man sie praktisch einsetzt und welche Herausforderungen und zukünftigen Trends zu beachten sind. Ziel ist es, Ihnen ein umfassendes Verständnis zu vermitteln, wie Sie Daten nutzen können, um Ihre digitalen Marketingstrategien auf ein neues Niveau zu heben.
Was sind Analytics? – Eine Definition für die Praxis
Analytics, oder auch Datenanalyse, bezieht sich im Wesentlichen auf die systematische Anwendung von statistischen und logischen Techniken, um Daten zu untersuchen. Ziel ist es, bedeutungsvolle Muster, Trends und Korrelationen zu identifizieren, die über bloße Oberflächeninformationen hinausgehen. Im Kontext des digitalen Marketings geht es dabei vor allem um die Analyse von Nutzerverhalten, Kampagnenergebnissen und anderen Metriken, die helfen, die Effektivität von Marketingstrategien zu bewerten und zu optimieren.
Es ist wichtig, den Unterschied zwischen Daten, Metriken und Erkenntnissen zu verstehen. Daten sind die Rohinformationen – zum Beispiel ein Klick auf einen Link. Eine Metrik ist eine messbare Größe, die diese Daten quantifiziert, wie die Klickrate (CTR). Eine Erkenntnis hingegen ist die Schlussfolgerung, die wir aus der Analyse der Metriken ziehen, beispielsweise: „Die Betreffzeile mit Emoji führt zu einer höheren Klickrate bei unserer Zielgruppe.“ Diese Erkenntnisse sind es, die uns befähigen, fundierte Entscheidungen zu treffen.
Und seien wir ehrlich: Wer möchte nicht wissen, ob die letzte E-Mail-Kampagne tatsächlich die gewünschten Ergebnisse erzielt hat? Oder ob die Investition in Google Ads sich wirklich auszahlt? Analytics liefert die Antworten auf diese Fragen und ermöglicht es Marketern, von einem reinen Bauchgefühl zu einer datengestützten Entscheidungsfindung überzugehen. Dies führt zu einer effizienteren Budgetallokation, einer besseren Personalisierung und letztlich zu einem höheren Return on Investment (ROI) im Marketing.
Das Fundament: Die verschiedenen Arten von Analytics im digitalen Marketing
Im digitalen Marketing gibt es verschiedene Arten von Analytics, die Unternehmen nutzen können, um ihre Ziele zu erreichen. Jede Kategorie konzentriert sich auf spezifische Datenpunkte und liefert einzigartige Einblicke. Aus meiner Erfahrung ist es entscheidend, die richtige Kombination dieser Ansätze zu wählen, um ein ganzheitliches Bild der Performance zu erhalten.
Web Analytics: Das Herzstück der Online-Präsenz
Web Analytics ist die wohl bekannteste Form der Analyse und konzentriert sich auf das Verhalten von Nutzern auf einer Website. Hierbei werden Daten gesammelt, verarbeitet und analysiert, um zu verstehen, wie Besucher mit der Website interagieren. Die Erkenntnisse helfen, die Nutzererfahrung zu verbessern, Konversionsraten zu steigern und Inhalte zu optimieren.
- Gängige Tools:
- Google Analytics 4 (GA4): Seit Juli 2023 der neue Standard. GA4 ist ereignisbasiert, was bedeutet, dass jede Interaktion (Seitenaufruf, Klick, Scrollen, Video-Play) als „Ereignis“ erfasst wird. Dies ermöglicht eine flexiblere und ganzheitlichere Messung über verschiedene Plattformen hinweg (Web und App) und legt einen stärkeren Fokus auf die Customer Journey. Es löst das ältere Universal Analytics (UA) ab und ist für die datenschutzkonforme Nutzung in der EU optimiert.
- Matomo: Eine Open-Source-Alternative, die oft für ihre Datenschutzfreundlichkeit (Self-Hosting möglich) geschätzt wird.
- Adobe Analytics: Eine leistungsstarke Enterprise-Lösung für große Unternehmen mit komplexen Anforderungen.
- Wichtige Metriken:
- Seitenaufrufe (Page Views): Gesamtzahl der aufgerufenen Seiten.
- Eindeutige Besucher (Unique Visitors): Anzahl der einzelnen Nutzer, die die Website besucht haben.
- Absprungrate (Bounce Rate): Prozentsatz der Besucher, die nur eine Seite aufrufen und die Website ohne weitere Interaktion verlassen. Eine hohe Absprungrate kann auf irrelevante Inhalte oder schlechte Benutzerführung hindeuten.
- Verweildauer (Time on Site/Session Duration): Durchschnittliche Zeit, die Nutzer auf der Website verbringen.
- Konversionsrate (Conversion Rate): Prozentsatz der Besucher, die eine gewünschte Aktion ausführen (z.B. Kauf, Newsletter-Anmeldung, Kontaktformular-Ausfüllung).
- Ausstiegsseiten (Exit Pages): Seiten, von denen Besucher die Website am häufigsten verlassen.
- Traffic-Quellen: Woher kommen die Besucher (organische Suche, Social Media, direkte Aufrufe, bezahlte Anzeigen, Verweise)?
- Praktische Anwendung: Durch die Analyse der User Journey können Schwachstellen im Navigationsfluss identifiziert werden. Wenn beispielsweise viele Nutzer auf einer bestimmten Produktseite abspringen, könnte dies auf unzureichende Produktbeschreibungen oder einen komplizierten Checkout-Prozess hindeuten. Mit GA4 lassen sich detaillierte Funnel-Analysen durchführen, um genau zu sehen, an welcher Stelle Nutzer den Weg zur Konversion verlassen.
Social Media Analytics: Die Stimmen der Community verstehen
Social Media Analytics misst die Performance von Social-Media-Aktivitäten. Sie gibt Aufschluss darüber, wie Inhalte ankommen, wie die Community interagiert und welche Beiträge die größte Reichweite erzielen.
- Gängige Tools:
- Direkte Insights der Plattformen (Facebook Insights, Instagram Insights, LinkedIn Analytics, Twitter Analytics, TikTok Analytics).
- Drittanbieter-Tools wie Sprout Social, Hootsuite, Brandwatch für übergreifende Analysen und Sentiment-Analyse.
- Wichtige Metriken:
- Reichweite (Reach): Anzahl der einzelnen Nutzer, die einen Beitrag gesehen haben.
- Impressionen: Gesamtzahl, wie oft ein Beitrag gesehen wurde (ein Nutzer kann einen Beitrag mehrfach sehen).
- Engagement-Rate: Verhältnis von Interaktionen (Likes, Kommentare, Shares) zur Reichweite oder Follower-Anzahl.
- Follower-Wachstum: Veränderung der Follower-Anzahl über einen bestimmten Zeitraum.
- Klickrate (CTR): Anteil der Klicks auf einen Link in einem Beitrag im Verhältnis zu den Impressionen.
- Sentiment-Analyse: Bewertung der emotionalen Tonalität von Kommentaren und Erwähnungen (positiv, neutral, negativ).
- Praktische Anwendung: Ein Unternehmen könnte feststellen, dass Videoinhalte auf Instagram eine deutlich höhere Engagement-Rate erzielen als statische Bilder. Diese Erkenntnis würde dazu führen, mehr Ressourcen in die Produktion von Video-Content zu investieren. Auch die Identifizierung von Influencern oder Meinungsführern innerhalb der Community ist über Social Media Analytics möglich.
E-Mail Marketing Analytics: Direkte Kommunikation auf dem Prüfstand
Diese Art der Analyse bewertet die Effektivität von E-Mail-Kampagnen. Sie hilft, die Zustellbarkeit, Öffnungsraten, Klickraten und Konversionen zu optimieren.
- Gängige Tools:
- E-Mail-Marketing-Plattformen wie Mailchimp, ActiveCampaign, HubSpot, CleverReach bieten integrierte Analysefunktionen.
- Wichtige Metriken:
- Öffnungsrate (Open Rate): Prozentsatz der Empfänger, die eine E-Mail geöffnet haben.
- Klickrate (CTR): Prozentsatz der Empfänger, die einen Link in der E-Mail angeklickt haben.
- Konversionsrate: Prozentsatz der Empfänger, die nach einem Klick eine gewünschte Aktion ausgeführt haben (z.B. Kauf).
- Abmelderate (Unsubscribe Rate): Prozentsatz der Empfänger, die sich vom Newsletter abgemeldet haben.
- Bounce Rate (Soft/Hard Bounces): Prozentsatz der E-Mails, die nicht zugestellt werden konnten (temporär oder permanent).
- Praktische Anwendung: Durch A/B-Tests von Betreffzeilen oder Call-to-Actions (CTAs) kann die Öffnungs- und Klickrate signifikant gesteigert werden. Wenn eine bestimmte Zielgruppe eine höhere Öffnungsrate bei personalisierten Betreffzeilen zeigt, sollte diese Strategie verstärkt eingesetzt werden.
Paid Media Analytics: Effizienz bezahlter Kampagnen maximieren
Paid Media Analytics misst die Leistung von bezahlten Werbekampagnen über verschiedene Kanäle (Suchmaschinen, Social Media, Display-Netzwerke). Das Ziel ist, den ROI zu optimieren und Werbebudgets effizient einzusetzen.
- Gängige Tools:
- Google Ads, Meta Ads Manager (Facebook/Instagram), LinkedIn Ads, TikTok Ads Manager.
- Bid-Management-Tools und Attributionsmodelle.
- Wichtige Metriken:
- Impressionen: Wie oft eine Anzeige angezeigt wurde.
- Klicks: Wie oft auf eine Anzeige geklickt wurde.
- Klickrate (CTR): Verhältnis von Klicks zu Impressionen.
- Kosten pro Klick (CPC): Durchschnittliche Kosten, die für einen Klick auf die Anzeige anfallen.
- Kosten pro Akquisition (CPA) / Kosten pro Lead (CPL): Kosten, um eine gewünschte Konversion zu erzielen.
- Return on Ad Spend (ROAS): Der durch Anzeigen generierte Umsatz im Verhältnis zu den Anzeigenkosten.
- Qualitätsfaktor (Google Ads): Bewertung der Relevanz von Keywords, Anzeigen und Landingpages.
- Praktische Anwendung: Ein Unternehmen, das Google Ads schaltet, könnte feststellen, dass Keywords mit niedrigem Qualitätsfaktor hohe CPCs verursachen. Durch die Optimierung der Anzeigentexte und Landingpages für diese Keywords kann der Qualitätsfaktor verbessert und die Kosten gesenkt werden, während der ROAS steigt.
SEO Analytics: Die Sichtbarkeit in Suchmaschinen optimieren
SEO Analytics konzentriert sich auf die Performance einer Website in den organischen Suchergebnissen. Es hilft, die Sichtbarkeit zu verbessern, den organischen Traffic zu steigern und die Relevanz für Suchanfragen zu erhöhen.
- Gängige Tools:
- Google Search Console (GSC): Unverzichtbar für die Überwachung der organischen Leistung, Indexierung und technischer Probleme.
- SEMrush, Ahrefs, SISTRIX: Umfassende Tools für Keyword-Recherche, Konkurrenzanalyse, Backlink-Analyse und technisches SEO-Audit.
- Google Analytics 4: Zur Analyse des organischen Traffics und Nutzerverhaltens auf der Website.
- Wichtige Metriken:
- Organischer Traffic: Anzahl der Besucher, die über Suchmaschinen auf die Website gelangen.
- Keyword-Rankings: Positionen der Website für bestimmte Suchbegriffe.
- Klickrate (CTR) aus der SERP: Verhältnis von Klicks zu Impressionen in den Suchergebnissen.
- Backlink-Profil: Anzahl und Qualität der Links, die auf die Website verweisen.
- Core Web Vitals: Metriken zur Messung der Nutzererfahrung (Ladezeit, Interaktivität, visuelle Stabilität).
- Crawl-Fehler: Probleme, die Suchmaschinen-Bots beim Indexieren der Website haben.
- Praktische Anwendung: Durch die Analyse der Google Search Console kann ein Unternehmen ungenutzte Keyword-Möglichkeiten oder Seiten mit hohem Potenzial identifizieren, die bereits auf Seite 2 ranken. Eine gezielte Content-Optimierung oder der Aufbau hochwertiger Backlinks für diese Seiten kann zu einem signifikanten Anstieg des organischen Traffics führen.
App Analytics: Nutzerverhalten in mobilen Anwendungen
Diese Spezialisierung befasst sich mit dem Verhalten von Nutzern innerhalb mobiler Anwendungen. Sie hilft, die App zu optimieren, die Nutzerbindung zu erhöhen und Monetarisierungsstrategien zu verfeinern.
- Gängige Tools:
- Firebase (Google), Amplitude, Mixpanel, Adjust.
- Wichtige Metriken:
- Downloads/Installationen: Anzahl der App-Installationen.
- Aktive Nutzer (Daily/Monthly Active Users – DAU/MAU): Anzahl der Nutzer, die die App regelmäßig verwenden.
- Retention Rate: Prozentsatz der Nutzer, die nach der Installation weiterhin die App nutzen.
- Session Length: Durchschnittliche Dauer einer App-Sitzung.
- In-App-Käufe: Umsatz und Häufigkeit von Käufen innerhalb der App.
- Absturzrate: Häufigkeit, mit der die App abstürzt.
- Praktische Anwendung: Wenn die App Analytics zeigt, dass Nutzer nach dem Onboarding-Prozess häufig abspringen, kann dies auf eine zu komplexe Einführung oder mangelnde Wertvermittlung hindeuten. Eine Optimierung des Onboardings, beispielsweise durch kürzere Schritte oder interaktive Tutorials, kann die Retention Rate deutlich verbessern.
CRM Analytics: Kundenbeziehungen datenbasiert pflegen
CRM Analytics nutzt Daten aus Customer Relationship Management (CRM)-Systemen, um Einblicke in Kundenbeziehungen, Vertriebsprozesse und den Kundenservice zu gewinnen. Dies ermöglicht eine personalisierte Kundenansprache und optimierte Vertriebsstrategien.
- Gängige Tools:
- Salesforce, HubSpot CRM, Microsoft Dynamics 365.
- Wichtige Metriken:
- Customer Lifetime Value (CLV): Der voraussichtliche Umsatz, den ein Kunde über die gesamte Dauer seiner Beziehung zum Unternehmen generiert.
- Churn Rate: Prozentsatz der Kunden, die das Unternehmen verlassen oder ihre Abonnements kündigen.
- Sales Pipeline Velocity: Geschwindigkeit, mit der Leads durch den Verkaufstrichter bewegt werden.
- Kundenakquisitionskosten (CAC): Kosten, die anfallen, um einen neuen Kunden zu gewinnen.
- Umsatz pro Kunde: Durchschnittlicher Umsatz pro Kunde.
- Praktische Anwendung: Durch die Analyse von CLV-Daten kann ein Unternehmen seine Marketing- und Vertriebsstrategien auf die Kundensegmente konzentrieren, die den höchsten langfristigen Wert versprechen. Wenn CRM Analytics zeigt, dass Kunden, die über Kanal A akquiriert wurden, einen deutlich höheren CLV haben als Kunden von Kanal B, können Marketingbudgets entsprechend umgeschichtet werden.
Warum Analytics unverzichtbar sind: Die Vorteile im Überblick
Die Implementierung einer robusten Analytics-Strategie bietet eine Vielzahl von Vorteilen, die über die bloße Messung hinausgehen. Aus meiner Erfahrung sind die folgenden Punkte die wichtigsten Gründe, warum Analytics für jedes digitale Marketingteam unverzichtbar ist:
- ROI-Messung & Budgetoptimierung: Analytics liefert präzise Daten darüber, welche Marketingaktivitäten tatsächlich Umsatz generieren. Dies ermöglicht es Unternehmen, ihr Budget effizienter einzusetzen, indem sie erfolgreiche Kampagnen skalieren und weniger effektive anpassen oder einstellen. Man kann den Return on Investment (ROI) jeder Kampagne genau berechnen und somit Marketingausgaben rechtfertigen.
- Personalisierung und verbesserte User Experience (UX): Durch das Verständnis des Nutzerverhaltens können Inhalte, Angebote und die gesamte Website-Struktur besser auf die individuellen Bedürfnisse und Präferenzen der Zielgruppe zugeschnitten werden. Dies führt zu einer persönlicheren Ansprache, höherer Relevanz und einer positiveren Nutzererfahrung.
- Wettbewerbsvorteil durch datengetriebene Entscheidungen: Unternehmen, die ihre Entscheidungen auf soliden Daten und nicht auf Vermutungen basieren, sind agiler und können schneller auf Marktveränderungen reagieren. Sie können neue Trends erkennen, Chancen identifizieren und sich so einen Vorsprung vor der Konkurrenz sichern.
- Früherkennung von Trends und Problemen: Analytics fungiert als Frühwarnsystem. Ungewöhnliche Traffic-Rückgänge, hohe Absprungraten auf wichtigen Seiten oder plötzliche Veränderungen im Nutzerverhalten können schnell auf technische Probleme, unklare Inhalte oder veränderte Marktanforderungen hinweisen. Dies ermöglicht proaktives Handeln, bevor größere Schäden entstehen.
- Kontinuierliche Optimierung (Iterativer Prozess): Digitales Marketing ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Analytics ermöglicht es, Hypothesen zu formulieren, A/B-Tests durchzuführen und auf Basis der Ergebnisse immer wieder zu optimieren. Dieser iterative Ansatz ist der Schlüssel zu nachhaltigem Erfolg und konstanter Verbesserung.
- Kundenverständnis vertiefen: Daten geben uns nicht nur Aufschluss darüber, was Kunden tun, sondern mit tiefergehender Analyse auch warum sie es tun. Dies führt zu einem umfassenderen Kundenverständnis, das die Entwicklung von Produkten, Dienstleistungen und Kommunikationsstrategien maßgeblich beeinflusst.
Der Weg zur datengetriebenen Entscheidung: Ein Praxisleitfaden
Der Übergang von der Datensammlung zur strategischen Entscheidung kann komplex sein. Aus meiner Erfahrung ist ein strukturierter Ansatz entscheidend. Hier ist ein Schritt-für-Schritt-Leitfaden, der Ihnen hilft, das Beste aus Ihren Analytics herauszuholen:
Schritt 1: Klare Ziele definieren (SMART)
Bevor Sie auch nur eine Zahl analysieren, müssen Sie wissen, was Sie erreichen wollen. Ihre Ziele sollten SMART sein: Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Relevant und Terminiert.
- Beispiel: Statt „Wir wollen mehr Umsatz“, definieren Sie „Wir wollen die Konversionsrate für Produkt X im Online-Shop bis zum Ende des nächsten Quartals um 15% steigern.“
- Expertentipp: Verknüpfen Sie Marketingziele direkt mit Geschäftszielen. Eine Steigerung der Markenbekanntheit ist gut, aber wie trägt sie zum Umsatz bei?
Schritt 2: Relevante Metriken und KPIs identifizieren
Nachdem die Ziele klar sind, bestimmen Sie die Key Performance Indicators (KPIs), die den Fortschritt zu diesen Zielen messen. Nicht jede Metrik ist ein KPI; ein KPI ist direkt an ein Ziel gekoppelt.
- Beispiel: Wenn Ihr Ziel die Steigerung der Konversionsrate ist, wären KPIs die Konversionsrate selbst, die Anzahl der Transaktionen und der durchschnittliche Warenkorbwert. Metriken wie Seitenaufrufe oder Absprungrate sind relevant, aber nicht direkt KPIs für dieses spezifische Ziel.
- Expertentipp: Vermeiden Sie „Vanity Metrics“ (z.B. nur die Anzahl der Likes auf Social Media), die zwar gut aussehen, aber keinen direkten Beitrag zu den Geschäftszielen leisten. Konzentrieren Sie sich auf Metriken, die tatsächlich zu umsetzbaren Erkenntnissen führen.
Schritt 3: Daten sammeln und integrieren
Stellen Sie sicher, dass Ihre Tracking-Systeme korrekt implementiert sind. Das bedeutet, Tracking-Codes auf der Website zu platzieren, Events in GA4 zu konfigurieren und alle Marketingkanäle (Google Ads, Social Media etc.) miteinander zu verknüpfen.
- Tools: Google Tag Manager ist hierfür unverzichtbar, um Tracking-Codes zentral zu verwalten. Nutzen Sie die nativen Integrationsmöglichkeiten von GA4 mit Google Ads, Search Console und anderen Google-Produkten.
- Herausforderung: Datenqualität ist entscheidend. Überprüfen Sie regelmäßig, ob alle Daten korrekt erfasst werden und keine Fehler im Tracking vorliegen. Fehlen Daten oder sind sie inkonsistent, können alle weiteren Analysen fehlerhaft sein.
Schritt 4: Daten analysieren und interpretieren
Dies ist der Kernprozess. Suchen Sie nach Mustern, Trends, Anomalien und Korrelationen in Ihren Daten. Nutzen Sie Segmentierung, um verschiedene Nutzergruppen zu vergleichen (z.B. Neukunden vs. Bestandskunden, mobile vs. Desktop-Nutzer).
- Techniken:
- Trendanalyse: Wie entwickeln sich Metriken über die Zeit?
- Segmentierung: Vergleich verschiedener Nutzergruppen, Geräte oder Kanäle.
- Trichteranalyse (Funnel Analysis): Wo brechen Nutzer in einem Konversionsprozess ab?
- Kohortenanalyse: Verhalten von Nutzergruppen, die in einem bestimmten Zeitraum akquiriert wurden.
- Expertent





