Trends im digitalen Marketing, die man nicht ignorieren sollte
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Trends im digitalen Marketing, die man nicht ignorieren sollte

Entdecken Sie die unverzichtbaren Trends im digitalen Marketing 2024/2025. Von KI-gestützter Personalisierung bis hin zu Purpose-Driven Marketing – Ihr Leitfaden für zukunftssichere Strategien.

Trends im digitalen Marketing, die man nicht ignorieren sollte

In einer Welt, die sich mit atemberaubender Geschwindigkeit wandelt, ist digitales Marketing mehr als nur ein Schlagwort oder ein optionaler Zusatz. Es ist der Herzschlag jeder erfolgreichen Geschäftsstrategie, die im 21. Jahrhundert relevant bleiben will. Die digitale Landschaft ist dynamisch, getrieben von technologischen Innovationen, sich änderndem Konsumentenverhalten und einer Flut neuer Plattformen. Wer hier nicht am Ball bleibt, riskiert, den Anschluss zu verlieren und im Wettbewerb unterzugehen. Die Frage, die sich Marketer, Unternehmer und Entscheidungsträger heute stellen müssen, ist nicht nur, welche Trends es gibt, sondern vor allem: Welche dieser Entwicklungen sind so fundamental, dass man sie auf keinen Fall ignorieren darf?

Als erfahrener Fachautor und SEO-Experte, der seit vielen Jahren die Schnittstelle von Technologie, Innovation und Marketing beobachtet und aktiv mitgestaltet, kann ich Ihnen versichern: Die aktuellen Veränderungen sind tiefgreifender als je zuvor. Es geht nicht mehr nur darum, neue Tools zu nutzen, sondern vielmehr darum, eine grundlegend neue Denkweise zu adaptieren. In diesem umfassenden Artikel werfen wir einen detaillierten Blick auf die wichtigsten Trends, die das digitale Marketing in den kommenden Jahren prägen werden – und wie Sie diese strategisch für Ihren Erfolg nutzen können.

Inhaltsverzeichnis

1. Personalisierung ist der Schlüssel zum Kundenerfolg

Erinnern Sie sich an das letzte Mal, als Sie eine E-Mail erhalten haben, die genau auf Ihre Interessen abgestimmt war, oder einen Online-Shop besucht haben, der Ihnen Produkte vorschlug, die Sie wirklich ansprachen? Wahrscheinlich haben Sie sie geöffnet und vielleicht sogar darauf reagiert. Personalisierung ist nicht neu, aber ihre Bedeutung hat in den letzten Jahren exponentiell zugenommen und ist heute ein absolutes Muss. Laut einer Studie von McKinsey aus dem Jahr 2021 führen personalisierte Marketingstrategien zu einer Umsatzsteigerung von bis zu 10-30% und einer höheren Kundenbindung. Das ist kein Pappenstiel!

Aus meiner Erfahrung als Berater und Betreiber von Online-Projekten kann ich bestätigen: Menschen möchten sich geschätzt und verstanden fühlen. Sie suchen nicht nach dem besten Produkt auf dem Markt, sondern nach dem besten Produkt *für sie*. Wenn Ihre Marketingbotschaften generisch bleiben, werden sie in der heutigen Informationsflut schlichtweg untergehen.

Was bedeutet echte Personalisierung?

Echte Personalisierung geht weit über die Anrede mit dem Vornamen hinaus. Sie basiert auf dem Verständnis des individuellen Kunden auf der Grundlage von Daten. Dies umfasst:

  • Segmentierung: Kunden werden in Gruppen mit ähnlichen Merkmalen eingeteilt (z.B. Demografie, Kaufhistorie).
  • Individualisierung: Inhalte werden auf die spezifischen Präferenzen und das Verhalten eines einzelnen Kunden zugeschnitten (z.B. Produktempfehlungen, Website-Inhalte).
  • Echtzeit-Personalisierung: Anpassung von Inhalten und Angeboten basierend auf dem aktuellen Verhalten des Nutzers (z.B. Warenkorbabbrecher-E-Mails, dynamische Website-Inhalte).

Ein hervorragendes Beispiel hierfür ist Amazon: Die Produktempfehlungen auf der Startseite oder in E-Mails sind extrem präzise, weil sie auf einer riesigen Menge von Verhaltensdaten basieren. Auch Netflix personalisiert die Filmauswahl und sogar die Thumbnails der Filme, um die Klickwahrscheinlichkeit zu maximieren. Diese Giganten setzen den Standard, an dem sich kleinere Unternehmen messen lassen müssen.

Praktische Umsetzung und Fallstricke

Um Personalisierung erfolgreich umzusetzen, benötigen Sie eine robuste Datenstrategie. Sammeln Sie relevante First-Party-Daten (mehr dazu später), analysieren Sie sie und nutzen Sie Tools für Marketing Automation und Customer Relationship Management (CRM). Beginnen Sie klein: Personalisieren Sie Ihre E-Mail-Betreffzeilen, erstellen Sie dynamische Inhalte auf Ihrer Website oder bieten Sie basierend auf der Kaufhistorie spezielle Angebote an.

Ein typischer Fehler ist es, Personalisierung mit Überwachung zu verwechseln. Der „Creepiness Factor“ ist real. Kunden schätzen es, wenn man ihre Bedürfnisse antizipiert, aber sie mögen es nicht, wenn sie das Gefühl haben, ständig beobachtet zu werden. Transparenz über die Datennutzung und das Einholen von Einwilligungen sind hier entscheidend. Bauen Sie Vertrauen auf, indem Sie den Mehrwert der Personalisierung klar kommunizieren.

2. Video-Content bleibt König – und wird interaktiver

Wenn es um Content-Marketing geht, gibt es kaum einen besseren Weg, um Aufmerksamkeit zu erregen und Botschaften effektiv zu vermitteln, als durch Videos. Das war schon vor Jahren so und hat sich nur noch verstärkt. Plattformen wie TikTok, YouTube, Instagram Reels und LinkedIn Video dominieren die Aufmerksamkeitsökonomie. Laut einer Umfrage von Wyzowl aus dem Jahr 2023 geben 91% der Marketer an, dass Videos einen positiven ROI liefern, und 87% der Menschen möchten mehr Videos von Marken sehen.

Die ungebrochene Dominanz des Bewegtbilds

Die Gründe für die Popularität von Videos sind vielfältig: Sie sind leicht konsumierbar, emotional ansprechend und können komplexe Informationen schnell vermitteln. Von kurzen, knackigen Erklärvideos bis hin zu langen, tiefgehenden Dokumentationen – Video ist das Medium der Wahl für Unterhaltung, Bildung und Marketing.

  • Kurzform-Videos: TikTok und Instagram Reels haben gezeigt, wie man in wenigen Sekunden fesselt. Sie sind ideal für schnelle Botschaften, Einblicke hinter die Kulissen oder humorvolle Inhalte.
  • Live-Videos: Von Produktlaunches bis zu Q&A-Sessions bieten Live-Streams Authentizität und direkte Interaktion, was die Bindung zur Community stärkt.
  • Interaktive Videos: Dies ist der nächste Schritt. Videos, in denen Zuschauer Entscheidungen treffen, Hotspots anklicken oder Umfragen beantworten können, erhöhen das Engagement exponentiell. Denken Sie an „Choose Your Own Adventure“-Storys oder klickbare Produktkataloge direkt im Video.

Erfolgreiche Video-Strategien entwickeln

Um mit Video-Content erfolgreich zu sein, braucht es mehr als nur eine gute Kamera. Es geht um Storytelling, Mehrwert und die richtige Plattform:

  1. Zielgruppenverständnis: Welche Art von Videos konsumiert Ihre Zielgruppe? Wo verbringt sie ihre Zeit (TikTok, YouTube, LinkedIn)?
  2. Qualität und Authentizität: Professionelle Produktion ist wichtig, aber Authentizität schlägt Perfektion. Zeigen Sie echte Menschen, echte Geschichten.
  3. Call-to-Action (CTA): Jedes Video sollte einen klaren nächsten Schritt aufzeigen – sei es der Besuch Ihrer Website, ein Abonnement oder ein Kauf.
  4. SEO für Videos: Optimieren Sie Titel, Beschreibungen und Tags Ihrer Videos für Suchmaschinen. Transkriptionen können die Auffindbarkeit zusätzlich verbessern. YouTube ist die zweitgrößte Suchmaschine der Welt!
  5. Konsistenz: Erstellen Sie regelmäßig neue Inhalte, um Ihre Zuschauer bei der Stange zu halten und die Algorithmen zu befriedigen.

Ein Tipp aus meiner Praxis: Scheuen Sie sich nicht, auch mal mit UGC (User Generated Content) zu experimentieren. Kunden, die Ihre Produkte in kurzen Videos vorstellen, sind oft glaubwürdiger und kostengünstiger als Hochglanzproduktionen.

3. Künstliche Intelligenz (KI) und Automatisierung: Der Game Changer

Künstliche Intelligenz ist nicht mehr nur ein Buzzword, sondern ein fundamentaler Treiber für Innovationen im digitalen Marketing. Von der Datenanalyse über die Content-Erstellung bis zur Kundeninteraktion – KI revolutioniert nahezu jeden Bereich. Laut einem Bericht von Statista wird erwartet, dass der KI-Markt im Marketing bis 2028 ein Volumen von über 100 Milliarden US-Dollar erreichen wird.

KI-Anwendungen im digitalen Marketing

Die Möglichkeiten von KI sind beeindruckend und wachsen täglich:

  • Datenanalyse und Predictive Analytics: KI kann riesige Datenmengen in Echtzeit analysieren, um Muster im Kundenverhalten zu erkennen. Das ermöglicht präzisere Zielgruppenansprache, Vorhersage von Kaufabsichten und Identifikation von Abwanderungsrisiken.
  • Content-Erstellung und -Optimierung: KI-gestützte Tools können Entwürfe für Blogartikel, Social-Media-Posts, E-Mails oder sogar Videotexte generieren. Sie optimieren Überschriften, analysieren die Lesbarkeit und schlagen Verbesserungen für SEO vor.
  • Werbeoptimierung: KI kann Werbekampagnen in Echtzeit optimieren, Gebote anpassen, Zielgruppen verfeinern und die Effektivität von Anzeigen auf verschiedenen Plattformen maximieren. Google Ads und Meta Ads nutzen bereits seit Jahren KI-Algorithmen im Hintergrund.
  • Personalisierung im großen Maßstab: Wie bereits erwähnt, ist KI der Motor für echte, dynamische Personalisierung, die für jeden einzelnen Kunden einzigartige Erlebnisse schafft.
  • Chatbots und Conversational AI: KI-gesteuerte Chatbots können komplexe Kundenanfragen verstehen und beantworten, Support leisten und sogar Verkäufe abschließen – und das rund um die Uhr.

In meiner Laufbahn habe ich miterlebt, wie mühsame manuelle Prozesse durch KI-gestützte Tools automatisiert wurden, was zu einer enormen Effizienzsteigerung führte. Wo früher Stunden für die Analyse von Keyword-Daten oder das Schreiben von Ad-Copy aufgewendet wurden, liefert KI heute in Minuten fundierte Vorschläge.

Effizienz durch Automatisierung

Automatisierung ist die logische Konsequenz aus dem Einsatz von KI. Sie befreit Marketingteams von repetitiven Aufgaben und ermöglicht es ihnen, sich auf strategische und kreative Tätigkeiten zu konzentrieren. Beispiele hierfür sind:

  • E-Mail-Marketing-Workflows: Automatisierte Willkommensserien, Reaktivierungskampagnen oder Geburtstagsgrüße.
  • Social Media Scheduling: Tools, die Posts automatisch zu den optimalen Zeiten veröffentlichen.
  • Lead-Nurturing: Automatische Bereitstellung relevanter Inhalte basierend auf dem Engagement der Leads.
  • Reporting und Analyse: Automatisierte Dashboards, die Performance-Daten zusammenfassen und Berichte erstellen.

Die Implementierung von KI und Automatisierung erfordert Investitionen in die richtigen Tools und das Training der Mitarbeiter. Es ist kein „Set-and-Forget“-Ansatz. Die Algorithmen müssen überwacht und feinjustiert werden, und der menschliche Faktor bleibt entscheidend, um die KI mit der richtigen Strategie zu füttern und ihre Ergebnisse zu interpretieren. Ein häufiger Fehler ist die Annahme, KI würde den Menschen ersetzen. Realistisch ist, dass KI uns effizienter und strategischer macht, wenn wir lernen, sie richtig einzusetzen.

4. Conversational Marketing und Chatbots: Direkter Dialog zählt

Kunden erwarten heute sofortige Antworten und eine reibungslose Kommunikation. Conversational Marketing zielt genau darauf ab: einen direkten, personalisierten Dialog mit potenziellen und bestehenden Kunden zu initiieren und zu pflegen. Es geht darum, Kunden dort zu treffen, wo sie sind – auf Messaging-Apps, Websites oder Social-Media-Plattformen – und in Echtzeit auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Eine Studie von Drift (2020) ergab, dass 82% der Konsumenten eine sofortige Antwort auf ihre Marketing- oder Vertriebsfragen erwarten.

Vorteile des direkten Dialogs

Der direkte Dialog bietet zahlreiche Vorteile:

  • Erhöhte Kundenzufriedenheit: Schnelle Antworten auf Fragen und Probleme führen zu zufriedeneren Kunden.
  • Bessere Lead-Qualifizierung: Durch interaktive Fragen können Leads schneller qualifiziert und an die richtigen Vertriebsmitarbeiter weitergeleitet werden.
  • Höhere Konversionsraten: Direkte Unterstützung und personalisierte Empfehlungen während des Kaufprozesses können die Abschlussraten erheblich steigern.
  • Wertvolle Einblicke: Der Dialog liefert wertvolle Daten über Kundenbedürfnisse und Schmerzpunkte, die in Produktentwicklung und Marketingstrategien einfließen können.

Ich habe in meiner Praxis erlebt, wie eine einfache Live-Chat-Funktion auf einer Website die Anzahl der Anfragen und die Qualität der Leads dramatisch verbessert hat. Kunden schätzen es, nicht lange auf eine E-Mail-Antwort warten zu müssen oder in einer Telefonwarteschleife zu hängen.

Effektiver Einsatz von Chatbots

Chatbots sind das Rückgrat vieler Conversational-Marketing-Strategien. Sie können:

  • Häufig gestellte Fragen (FAQs) beantworten: Entlasten Sie Ihren Kundenservice, indem Sie Standardfragen automatisch beantworten lassen.
  • Leads generieren und qualifizieren: Bots können Besucher durch einen Fragebogen führen, um deren Bedürfnisse zu ermitteln und Kontaktdaten zu sammeln.
  • Termine vereinbaren: Ein Bot kann Kunden durch den Buchungsprozess führen und Termine im Kalender hinterlegen.
  • Personalisierte Empfehlungen geben: Basierend auf dem bisherigen Verhalten oder den Antworten des Nutzers kann der Bot relevante Produkte oder Inhalte vorschlagen.

Der Schlüssel zu einem erfolgreichen Chatbot liegt in seiner Konfiguration und den Erwartungen, die er weckt. Ein Bot sollte klar als Bot erkennbar sein, aber dennoch eine menschliche Note haben. Er sollte in der Lage sein, komplexe Anfragen an einen menschlichen Mitarbeiter zu übergeben, wenn er selbst nicht weiterweiß. Ein schlecht implementierter Bot kann mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen, indem er Frustration bei den Nutzern erzeugt.

5. Nachhaltigkeit und Purpose-Driven Marketing: Werte schaffen Vertrauen

Konsumenten von heute sind kritischer und bewusster als je zuvor. Sie kaufen nicht mehr nur Produkte oder Dienstleistungen, sondern auch die Werte und die Mission, die ein Unternehmen repräsentiert. Nachhaltigkeit, soziale Verantwortung und ethische Geschäftspraktiken sind keine Nischenthemen mehr, sondern zentrale Erwartungen. Laut einer globalen Studie von Nielsen (2018) sind 81% der Befragten der Meinung, dass Unternehmen dazu beitragen sollten, die Umwelt zu verbessern.

Die wachsende Bedeutung von Purpose

Purpose-Driven Marketing bedeutet, dass eine Marke über den reinen Produktverkauf hinaus einen höheren Zweck verfolgt. Dies kann Umweltschutz, soziale Gerechtigkeit, faire Arbeitsbedingungen oder die Unterstützung lokaler Gemeinschaften sein. Es geht darum, eine positive Wirkung auf die Welt zu haben und dies authentisch zu kommunizieren.

Kunden sind bereit, mehr für Marken zu zahlen, die ihre Werte teilen. Sie suchen nach einer tieferen Verbindung und möchten Teil einer Bewegung sein, die Gutes tut. Marken wie Patagonia (Umweltschutz), TOMS (One for One-Modell) oder Ecosia (Suchmaschine, die Bäume pflanzt) sind Paradebeispiele für erfolgreiches Purpose-Driven Marketing.

Authentizität als Erfolgsfaktor

Der Erfolg von Purpose-Driven Marketing hängt entscheidend von der Authentizität ab. „Greenwashing“ oder leere Versprechungen werden von den Konsumenten schnell durchschaut und können dem Markenimage massiv schaden. Es ist nicht genug, nur über Nachhaltigkeit zu sprechen; man muss sie auch leben und sie in allen Geschäftsbereichen verankern. Das bedeutet:

  • Transparenz: Seien Sie offen über Ihre Bemühungen, Herausforderungen und Fortschritte.
  • Konsistenz: Ihre Botschaften müssen mit Ihren Taten übereinstimmen. Ein nachhaltiges Produkt, das mit einer umweltschädlichen Lieferkette produziert wird, ist unglaubwürdig.
  • Echtes Engagement: Unterstützen Sie Initiativen, spenden Sie, engagieren Sie sich in Ihrer Community.
  • Mitarbeiter einbeziehen: Wenn Ihre Mitarbeiter nicht hinter dem Purpose stehen, wird es schwierig, ihn glaubwürdig nach außen zu tragen.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass Unternehmen, die einen klaren Purpose haben und diesen konsequent kommunizieren, nicht nur loyale Kunden gewinnen, sondern auch Top-Talente anziehen, die nach Sinn in ihrer Arbeit suchen. Es ist eine Investition, die sich langfristig auszahlt – sowohl finanziell als auch in Bezug auf den gesellschaftlichen Beitrag.

6. First-Party Data und Datenschutz: Die neue Datenhoheit

Die Ära der Third-Party-Cookies geht zu Ende. Browser wie Safari und Firefox blockieren sie bereits, und Google hat angekündigt, sie in Chrome bis Ende 2024 vollständig abzuschaffen. Dies ist eine seismische Verschiebung im digitalen Marketing und zwingt Unternehmen, ihre Datenstrategien grundlegend zu überdenken. Im Zuge dessen rückt die Bedeutung von First-Party Data in den Vordergrund, gepaart mit den strengen Anforderungen des Datenschutzes (z.B. DSGVO in Europa).

Die Ära nach dem Third-Party Cookie

Third-Party-Cookies ermöglichten es Werbetreibenden, das Nutzerverhalten über verschiedene Websites hinweg zu verfolgen und zielgerichtete Werbung auszuspielen. Ihr Wegfall bedeutet, dass viele traditionelle Retargeting- und Personalisierungsstrategien nicht mehr funktionieren werden. Dies ist jedoch keine Bedrohung, sondern eine Chance für Unternehmen, die Kontrolle über ihre Datenbeziehungen zurückzugewinnen.

First-Party Data sind Daten, die Sie direkt von Ihren Kunden sammeln – z.B. über Website-Interaktionen, Käufe, Newsletter-Anmeldungen, Kundenkonten oder direkte Umfragen. Diese Daten sind nicht nur datenschutzkonform, sondern auch von höchster Qualität und Relevanz, da sie direkt von Ihrer Zielgruppe stammen.

Strategien zur Gewinnung von First-Party Data

Der Aufbau einer robusten First-Party-Data-Strategie ist entscheidend für die Zukunft des digitalen Marketings. Hier sind einige Ansätze:

  • Wert schaffen: Bieten Sie im Austausch für Daten echten Mehrwert. Das können exklusive Inhalte (E-Books, Webinare), personalisierte Empfehlungen, Rabatte oder ein besseres Nutzererlebnis sein.
  • Kundenkonten: Ermutigen Sie Nutzer, sich auf Ihrer Website zu registrieren. Dies ermöglicht es Ihnen, ihr Verhalten über mehrere Sitzungen hinweg zu verfolgen und zu personalisieren.
  • Newsletter und E-Mail-Marketing: Die E-Mail-Adresse ist eine der wertvollsten First-Party Data. Nutzen Sie sie für den direkten Dialog und personalisierte Angebote.
  • Interaktiver Content: Quizzes, Umfragen und Konfiguratoren sind hervorragende Möglichkeiten, um explizit Daten von Nutzern zu sammeln.
  • Consent Management Platforms (CMP): Stellen Sie sicher, dass Sie die Zustimmung der Nutzer transparent einholen und verwalten. Tools wie Usercentrics oder OneTrust sind hier unerlässlich.

Meine Empfehlung ist, schon jetzt damit zu beginnen, Ihre Abhängigkeit von Third-Party-Daten zu reduzieren. Investieren Sie in eine Customer Data Platform (CDP), die Ihre First-Party-Daten aus verschiedenen Quellen aggregiert und für eine einheitliche Kundensicht sorgt. Dies ist die Grundlage für jede zukünftige datengesteuerte Marketingaktivität, die sowohl effektiv als auch datenschutzkonform ist.

7. Influencer Marketing im Wandel: Authentizität vor Reichweite

Influencer Marketing hat sich von einem Nischentrend zu einem festen Bestandteil vieler Marketingstrategien entwickelt. Doch auch dieser Bereich unterliegt einem stetigen Wandel. Die Zeiten, in denen es nur um Mega-Influencer mit Millionen von Followern ging, sind vorbei. Der Fokus verschiebt sich zunehmend auf Authentizität, Nischenthemen und Performance-Messung. Laut einer Umfrage von Statista aus dem Jahr 2023 wird der Influencer-Marketing-Markt weltweit voraussichtlich über 20 Milliarden US-Dollar erreichen.

Von Mega-Influencern zu Nischen-Experten

Die Glaubwürdigkeit von Mega-Influencern hat in den letzten Jahren gelitten, da viele Kooperationen als unauthentisch empfunden wurden. Stattdessen gewinnen Mikro- und Nano-Influencer an Bedeutung:

  • Mikro-Influencer (10.000 – 100.000 Follower): Sie haben oft eine sehr engagierte Community und eine hohe Glaubwürdigkeit in ihrer spezifischen Nische. Ihre Follower vertrauen ihren Empfehlungen eher.
  • Nano-Influencer (1.000 – 10.000 Follower): Diese Influencer sind oft „echte“ Menschen mit einem kleinen, aber extrem loyalen und interaktiven Publikum. Sie sind die „Freunde“, denen man vertraut, und bieten eine unschlagbare Authentizität.

Der Vorteil dieser kleineren Influencer liegt nicht nur in der höheren Engagement-Rate, sondern auch in den oft geringeren Kosten pro Kooperation. Sie ermöglichen es Marken, sehr spezifische Zielgruppen anzusprechen und eine tiefere Verbindung aufzubauen.

Messung des ROI und rechtliche Aspekte

Wie bei jeder Marketingmaßnahme ist auch im Influencer Marketing die Messung des Return on Investment (ROI) entscheidend. Moderne Tools ermöglichen es, nicht nur Reichweite und Engagement zu verfolgen, sondern auch Klicks, Conversions und den generierten Umsatz direkt den Influencer-Kampagnen zuzuordnen. Performance-basierte Vergütungsmodelle, bei denen Influencer einen Anteil am generierten Umsatz erhalten, werden immer populärer.

Ein oft übersehener, aber kritischer Aspekt sind die rechtlichen Rahmenbedingungen. In vielen Ländern, darunter Deutschland, gibt es strenge Vorschriften zur Kennzeichnung von Werbung. Influencer müssen bezahlte Kooperationen klar als solche kennzeichnen, um Transparenz zu gewährleisten und Abmahnungen zu vermeiden. Marken sind in der Pflicht, ihre Influencer über diese Regeln aufzuklären und deren Einhaltung zu überwachen. Ein Verstoß kann dem Markenimage erheblichen Schaden zufügen.

Mein Rat: Investieren Sie Zeit in die Recherche und den Aufbau langfristiger Beziehungen zu Influencern, die wirklich zu Ihrer Marke passen und deren Werte teilen. Authentizität und Transparenz sind hier die Währung der Zukunft.

8. Interaktiver Content und immersive Erlebnisse: Mehr als nur konsumieren

In einer Welt, die von passiven Inhalten überschwemmt wird, sticht interaktiver Content hervor. Er fordert den Nutzer aktiv zur Teilnahme auf, anstatt ihn nur zum Zuhören oder Zuschauen zu bewegen. Dies erhöht das Engagement, die Verweildauer und die Markenbindung