Finanzen

Wie viele Monatsfixkosten als Reserve reichen, bevor die Hochsaison beginnt

Die Hochsaison verschiebt nicht nur den Umsatz, sondern auch die Reihenfolge der Zahlungen. Ware und Werbung werden im Oktober bezahlt, das Geld kommt im Dezember, ein Teil davon geht im Januar als Erstattung wieder hinaus. Dazwischen liegen Wochen, in denen das Konto arbeiten muss, ohne dass etwas hereinkommt.

Deshalb ist die Frage nach der Reserve keine Frage nach Sicherheit im Allgemeinen, sondern nach einer konkreten Zahl in Euro. Die Faustregel von drei Monatsfixkosten ist als Startwert brauchbar und als Antwort zu grob: Ein Dienstleister ohne Warenlager und ein Shop mit saisonalem Einkauf brauchen völlig unterschiedliche Puffer.

Die folgende Rechnung führt in vier Schritten zu Ihrer eigenen Untergrenze. Sie braucht die Kontoauszüge der letzten zwölf Monate, eine Tabelle und etwa zwei Stunden. Was dabei herauskommt, ist eine Zahl, die man sich aufschreibt und die man nicht unterschreitet.

  • Ergebnis: ein Eurobetrag, unterhalb dessen nicht eingekauft und nicht geworben wird
  • Startwert: drei Monatsfixkosten, danach nach oben oder unten korrigiert
  • Getrennt halten: Umsatzsteuer, Lohnsteuer und Sozialabgaben sind kein Guthaben
  • Kritischer Monat: Januar, nicht Dezember
  • Aufwand: zwei Stunden einmalig, danach zwanzig Minuten im Monat
  • Verfügbarkeit: die Reserve muss innerhalb eines Werktags erreichbar sein

Warum die Reserve vor der Saison steht

Im vierten Quartal laufen Ausgaben und Einnahmen zeitlich auseinander. Ware wird eingekauft, bevor sie verkauft wird. Werbung wird bezahlt, bevor sie wirkt. Personal wird bezahlt, sobald es arbeitet. Der Umsatz kommt danach, und ein Teil davon kommt bei Rechnungskauf noch später.

Diese Lücke ist normal und kein Zeichen für ein schlechtes Geschäft. Gefährlich wird sie nur, wenn niemand sie beziffert hat. Wer im Oktober Ware für einen Betrag bestellt, den er im Dezember erst verdienen muss, geht eine Wette ein, deren Einsatz er nicht kennt.

Die Reserve macht diese Wette rechenbar. Sie beantwortet, wie lange das Unternehmen ohne Zahlungseingang weiterlaufen kann, und daraus ergibt sich, wie groß die Bestellung sein darf. Diese Reihenfolge ist entscheidend: erst die Zahl, dann die Bestellung.

Was zur Reserve zählt und was nicht

Zur Reserve zählt nur Geld, das kurzfristig verfügbar und nicht bereits versprochen ist. Kontoguthaben zählt, ein eingeräumter Kontokorrentrahmen zählt bedingt, weil er kündbar ist. Offene Forderungen zählen nicht, weil sie noch nicht bezahlt sind.

Nicht zur Reserve gehört alles, was durchläuft: vereinnahmte Umsatzsteuer, einbehaltene Lohnsteuer, Sozialabgaben. Diese Beträge stehen auf dem Konto, gehören aber nicht dem Unternehmen. Wer sie mitzählt, rechnet sich einen Puffer zurecht, der zum Fälligkeitstermin verschwindet.

Ein Hinweis vorab: Dieser Text beschreibt ein Rechenmodell für die eigene Planung. Er ersetzt weder eine Steuerberatung noch eine Anlageberatung. Welche Beträge steuerlich wie zu behandeln sind, klärt die Steuerkanzlei, und bei größeren Entscheidungen lohnt dieser Anruf ohnehin.

Die Liquiditätsreserve berechnen: das Modell in vier Schritten

Das Modell besteht aus vier Größen: monatliche Fixkosten, durchlaufende Posten, saisonaler Wareneinsatz und die Deckungslücke aus den Zahlungszielen. Aus den ersten beiden entsteht der monatliche Bedarf, aus den letzten beiden die Zahl der Monate, die abgedeckt sein müssen.

Der Rechenweg ist bewusst einfach gehalten, weil eine Zahl, die niemand nachrechnen kann, im Ernstfall nicht verwendet wird. Alles, was das Modell braucht, steht in den Kontoauszügen und in der Auswertung der letzten zwölf Monate.

Wichtig ist, dass die Rechnung mit realen Zahlungen arbeitet und nicht mit Rechnungsdaten. Für die Liquidität zählt der Tag, an dem Geld fließt, nicht der Tag, an dem eine Rechnung geschrieben wurde. Genau an dieser Verwechslung scheitern die meisten Planungen.

Schritt 1: die echten Fixkosten zusammentragen

Fixkosten sind alle Zahlungen, die auch dann anfallen, wenn im nächsten Monat nichts verkauft wird: Miete, Personal, Versicherungen, Leasing, Kreditraten, Software-Abonnements, Steuerberatung, Telefon, Buchhaltung. Bei Einzelunternehmern gehört die private Entnahme dazu, denn die Miete zu Hause wird auch bezahlt.

Nehmen Sie die Zahlungen der letzten zwölf Monate und sortieren Sie sie in fix und variabel. Grenzfälle wandern in die Fixkosten, nicht umgekehrt. Eine Reserve, die zu großzügig gerechnet ist, kostet ein paar Wochen Wartezeit. Eine zu knappe kostet Handlungsspielraum im ungünstigsten Moment.

Am Ende steht ein Monatswert. Achten Sie auf Jahreszahlungen wie Versicherungen oder Beiträge: Sie werden durch zwölf geteilt und in den Monatswert eingerechnet, sonst fehlen sie genau in dem Monat, in dem sie abgebucht werden.

Eine Warnung zu Abonnements: In gewachsenen Betrieben laufen regelmäßig Verträge mit, die niemand mehr nutzt. Die Durchsicht der letzten zwölf Monate deckt sie zuverlässig auf, und jeder gekündigte Vertrag senkt die benötigte Reserve gleich um ein Vielfaches seines Monatsbetrags.

Schritt 2: durchlaufende Posten getrennt halten

Umsatzsteuer ist Geld des Finanzamts, das vorübergehend auf Ihrem Konto liegt. Sie wird über die Voranmeldung abgeführt, deren Frist grundsätzlich zehn Tage nach Ende des Anmeldezeitraums endet. Wer eine Dauerfristverlängerung beantragt hat, zahlt jeweils einen Monat später.

Bei Arbeitgebern kommen zwei weitere Termine dazu: die Lohnsteuer-Anmeldung und die Beiträge zur Sozialversicherung, die zum Monatsende fällig werden und deshalb noch vor dem Zahlungseingang des Folgemonats abfließen. Wer Weihnachtsgeld zahlt, hat im November zusätzlich einen deutlich höheren Abfluss.

Praktisch heißt das: Diese Beträge werden bei Eingang auf ein zweites Konto gebucht und in der Reserve nicht mitgezählt. Damit schrumpft der scheinbare Puffer, aber die verbleibende Zahl stimmt. Die aktuellen Regeln und Fristen veröffentlicht das Bundesministerium der Finanzen.

Schritt 3: den saisonalen Wareneinsatz vorziehen

Lagerregale mit gestapelten Kartons und einem Hubwagen im mittleren Gang
WaterbedsRobbie / CC BY-SA 4.0

Handelsunternehmen binden vor der Saison Kapital in Ware. Dieser Betrag ist kein laufender Aufwand, sondern eine einmalige Vorleistung, und er gehört zusätzlich zur Reserve gerechnet, nicht statt ihrer.

Rechnen Sie den geplanten Einkauf für Oktober und November zusammen und ziehen Sie ab, was durch Zahlungsziele beim Lieferanten erst im Dezember oder Januar abfließt. Was bleibt, muss vorhanden sein, bevor bestellt wird.

Dazu kommen Vorlaufkosten, die nicht Ware sind: Werbebudget, Fotoproduktion, Verpackung, Saisonkräfte, Versandmaterial. Diese Posten fallen im Oktober an und wirken im Dezember. Wie sich der Werbeanteil dabei sinnvoll begrenzen lässt, hängt an der Marge und nicht am Umsatzziel.

Schritt 4: Zahlungsziele in Tage übersetzen

Jetzt wird aus Beträgen eine Dauer. Zählen Sie die Tage zwischen Bezahlung der Ware und Zahlungseingang aus dem Verkauf. Bei Vorkasse und Kartenzahlung sind das wenige Tage, bei Rechnungskauf über einen Zahlungsdienstleister eher zwei bis vier Wochen, im Geschäft mit Firmenkunden häufig dreißig Tage und mehr.

Diese Spanne ist die Deckungslücke. Sie wird in Monate umgerechnet und mit dem Monatsbedarf aus Schritt 1 multipliziert. Eine Lücke von 45 Tagen ergibt also anderthalb Monatsfixkosten allein für die Überbrückung, bevor überhaupt ein Puffer für Unvorhergesehenes eingerechnet ist.

Der Sicherheitsaufschlag oben drauf richtet sich danach, wie zuverlässig Ihre Kunden zahlen und wie stark sich der Umsatz auf wenige Kunden verteilt. Wer die Hälfte seines Jahresumsatzes mit drei Kunden macht, braucht einen deutlich größeren Aufschlag als ein Shop mit tausend kleinen Bestellungen.

Eine Beispielrechnung zum Nachrechnen

Posten Betrag Anmerkung
Fixkosten je Monat 9.000 Euro inklusive anteiliger Jahreszahlungen
Deckungslücke 45 Tage entspricht 1,5 Monaten
Grundbedarf 13.500 Euro Fixkosten mal 1,5
Sicherheitsaufschlag 9.000 Euro ein weiterer Monat
Saisonaler Wareneinsatz 20.000 Euro abzüglich Lieferantenziel
Untergrenze gesamt 42.500 Euro vor der ersten Bestellung vorhanden

Die Zahlen sind erfunden und dienen nur dem Rechenweg. Interessant ist das Verhältnis: Der saisonale Einkauf ist in diesem Beispiel größer als der gesamte Fixkostenpuffer, und genau dieser Posten fehlt in den meisten Faustformeln.

Warum drei Monatsfixkosten nur ein Startwert sind

Die verbreitete Regel stammt aus einer Welt ohne Warenlager und ohne saisonale Spitzen. Für einen Dienstleister mit stabilen Monatsumsätzen und kurzen Zahlungszielen ist sie oft zu hoch angesetzt. Für einen Shop, der im Oktober das halbe Jahresvolumen einkauft, ist sie deutlich zu niedrig.

Nützlich bleibt sie als Gegenprobe. Weicht Ihre gerechnete Untergrenze stark von drei Monatsfixkosten ab, prüfen Sie den Grund: Sehr niedrige Werte deuten auf vergessene Posten hin, sehr hohe auf ein Geschäftsmodell mit hohem Vorleistungsanteil, das man vielleicht anders finanzieren sollte.

Wichtiger als der Vergleich mit einer Regel ist, dass die Zahl aus den eigenen Kontobewegungen stammt. Wer sie einmal selbst gerechnet hat, verteidigt sie auch, wenn im Oktober ein besonders gutes Einkaufsangebot auf dem Tisch liegt.

Fünf Faktoren, die Ihre Untergrenze verschieben

Erstens der Anteil der Fixkosten am Gesamtaufwand: Je höher er ist, desto weniger lässt sich in einem schwachen Monat kürzen. Zweitens die Zahlungsart: Vorkasse und Karte verkürzen die Lücke drastisch, Rechnungskauf verlängert sie.

Drittens die Kundenkonzentration, viertens die Retourenquote. Bei hohen Rücksendequoten fließt ein spürbarer Teil des Dezemberumsatzes im Januar zurück, während Ware und Versand längst bezahlt sind. Fünftens die Verfügbarkeit einer Kreditlinie, die zwar keine Reserve ist, aber die Höhe des benötigten Eigenpuffers beeinflusst.

Prüfen Sie alle fünf Punkte einmal im Jahr. Verändert sich einer davon deutlich, etwa weil ein großer Kunde dazukommt oder eine neue Zahlart eingeführt wird, ändert sich auch die Untergrenze. Wie stark einzelne Zahlarten wirken, zeigt schon eine einfache Auswertung im Shopsystem, wie sie unser Beitrag zu Entwicklungen im E-Commerce beschreibt.

Wo das Geld liegen sollte

Die Reserve muss innerhalb eines Werktags verfügbar sein. Das schließt alles aus, was gekündigt, verkauft oder erst umgeschichtet werden muss. Ein separates Konto beim selben Institut erfüllt die Anforderung und hat den Vorteil, dass der Betrag nicht versehentlich mitverbraucht wird.

Getrennte Konten wirken schon deshalb, weil das Geschäftskonto dann den tatsächlichen Spielraum zeigt. Wer Reserve, Steueranteil und laufenden Betrieb auf einem Konto führt, sieht eine Zahl, die dreimal etwas anderes bedeutet.

Wie die Reserve verzinst wird, ist eine andere Frage und gehört nicht in diesen Text: Sobald es um Anlage geht, geht es um Risiko, Laufzeit und persönliche Umstände, und dafür ist eine Beratung zuständig, keine Blogseite.

Der Januar ist der eigentliche Prüfstein

Gestapelte Euromünzen auf einem Tisch, daneben liegen zusammengeheftete Papierbelege
Lukasz Kobus – European Commission / CC BY 4.0

Im Dezember sieht das Konto gut aus. Der Januar kehrt das um: Retouren kommen an und werden erstattet, der Umsatz fällt auf das Niveau eines schwachen Monats, Jahresrechnungen für Versicherungen und Software werden fällig, und die Steuertermine laufen weiter.

Dazu kommt ein Effekt, der selten eingeplant wird: Kunden zahlen im Januar langsamer. Wer im Dezember auf Rechnung geliefert hat, wartet erfahrungsgemäß länger auf das Geld als im Rest des Jahres, weil auf der anderen Seite dieselbe Anspannung herrscht.

Die Reserve wird deshalb nicht für den Dezember gerechnet, sondern für Januar und Februar. Wer den Januar durchsteht, ohne die Kreditlinie zu ziehen, hat die richtige Zahl gewählt.

Praktisch hilft es, den Januar einmal vorab als Tabelle durchzuspielen: erwarteter Umsatz auf dem Niveau eines schwachen Monats, Retouren mit der eigenen Vorjahresquote, alle bekannten Fälligkeiten mit Datum. Bleibt am Monatsende ein positiver Betrag, stimmt die Reserve. Bleibt keiner, ist die Bestellmenge im Oktober die Stellschraube.

Wenn die Reserve nicht reicht: vier Wege

Der erste Weg ist der unbeliebteste und der wirksamste: kleiner einkaufen. Eine Bestellung, die zwanzig Prozent unter dem Wunsch liegt, kostet vielleicht Umsatz und rettet die Zahlungsfähigkeit. Ausverkauft ist ein besseres Problem als zahlungsunfähig.

Der zweite Weg sind Zahlungsziele beim Lieferanten. Vier Wochen mehr auf der Einkaufsseite verkürzen die Deckungslücke direkt, und viele Lieferanten verhandeln darüber, wenn man früh fragt und nicht erst bei der Mahnung.

Der dritte Weg ist die Zahlungsart auf der Verkaufsseite: Vorkasse-Anreize, Karte statt Rechnung, kürzere Auszahlungsintervalle beim Zahlungsdienstleister. Der vierte Weg ist eine Kreditlinie, die vor der Saison beantragt wird, nicht während. Im November prüft niemand schnell, und ein Antrag unter Druck wird selten besser bewertet.

Drei Fehler, die die Rechnung wertlos machen

Der erste Fehler ist die Verwechslung von Gewinn und Liquidität. Ein profitables Unternehmen kann zahlungsunfähig werden, wenn die Zahlungen zeitlich auseinanderfallen. Umgekehrt sagt ein volles Konto im Dezember nichts über das Jahresergebnis.

Der zweite Fehler ist die mitgezählte Umsatzsteuer. Sie verschönert jede Zwischenauswertung und verschwindet zum Fälligkeitstermin. Wer sie in der Reserve führt, merkt den Fehler in dem Moment, in dem er ihn am wenigsten gebrauchen kann.

Der dritte Fehler ist die Planung mit Bestwerten. Wer mit der optimistischen Umsatzprognose, der niedrigsten Retourenquote und dem kürzesten Zahlungsziel rechnet, plant einen Verlauf, der genau einmal eintritt. Planen Sie mit dem mittleren Fall und prüfen Sie den schlechten.

Die Zahl monatlich fortschreiben

Einmal im Monat, am besten am selben Tag, werden drei Werte notiert: Kontostand ohne durchlaufende Posten, offene Forderungen und die Summe der Zahlungen, die in den nächsten dreißig Tagen fällig sind. Zwanzig Minuten Aufwand, und die Reserve bleibt eine lebende Zahl.

Sinnvoll ist ein einfacher Schwellenwert: Unterschreitet der verfügbare Betrag die berechnete Untergrenze, werden neue Bestellungen und neue Werbebudgets bis zum nächsten Zahlungseingang gestoppt. Diese Regel schriftlich festzuhalten hilft, sie auch einzuhalten.

Wer diese Übersicht mit den übrigen Kennzahlen des Unternehmens verbindet, sieht Veränderungen früher. Einen breiteren Überblick über die Steuerung kleiner Unternehmen gibt unser Beitrag zum Finanzmanagement für Unternehmer.

Häufige Fragen

Zählt eine bewilligte Kreditlinie als Reserve?

Nur eingeschränkt. Sie hilft im Ernstfall, ist aber kündbar und kostet Zinsen. Rechnen Sie sie getrennt aus und behandeln Sie sie als zweite Verteidigungslinie, nicht als Teil des Puffers.

Wie oft sollte die Untergrenze neu berechnet werden?

Einmal im Jahr vollständig, üblicherweise im Spätsommer vor der Saison, und zusätzlich immer dann, wenn sich Fixkosten, Zahlungsziele oder die Kundenstruktur deutlich ändern.

Gilt das Modell auch ohne Warenlager?

Ja, dann entfällt Schritt 3. Bei Dienstleistern liegt der Schwerpunkt auf den Zahlungszielen, weil dort die gesamte Lücke entsteht. Die übrigen drei Schritte bleiben identisch.

Was ist mit der privaten Entnahme bei Einzelunternehmern?

Sie gehört in die Fixkosten. Der private Bedarf läuft weiter, unabhängig davon, wie der Dezember gelaufen ist. Wer ihn weglässt, rechnet eine Zahl, die im Alltag nicht trägt.

Reicht ein Blick auf den Kontostand nicht aus?

Nein, weil der Kontostand nicht zeigt, welcher Teil davon bereits verplant ist. Erst nach Abzug von Umsatzsteuer, Lohnsteuer und Sozialabgaben und nach Blick auf die kommenden dreißig Tage entsteht ein Bild, das eine Entscheidung trägt.

Nehmen Sie sich an einem ruhigen Vormittag die letzten zwölf Kontoauszüge vor und rechnen Sie die vier Schritte einmal durch. Am Ende steht eine Zahl, und ab diesem Moment ist die Frage, ob eine Bestellung noch geht, keine Bauchentscheidung mehr.

Daniel Osterloh beschäftigt sich mit Buchhaltung, Liquidität und Jahresabschluss aus Sicht kleiner Unternehmen. Er erklärt Fristen, Grenzen und Wahlrechte in einer Sprache, die ohne Steuerberatung verständlich bleibt. Seine Texte ersetzen keine Beratung, verhindern aber vermeidbare Fehler.